Unser Wissen über die ältesten neolithischen Bernsteinerzeugnisse, wie zum Beispiel die röhren- oder knopfförmigen Perlen, Axtförmigen und anderen Anhängern aus Polen, die wir in der Bernsteinausstellung sehen können, verdanken wir den Archäologen.

Die Werkstätten aus der Zeit vor etwa 4000 Jahren, die im Gebiet des Danziger Werders entdeckt wurden, hatte man eingerichtet, wo der vom Meer reichlich angespülte Rohstoff leicht in der unmittelbaren Umgebung gesammelt werden konnte. Wenn die naheliegende Rohstoffquelle erschöpft war, verlegte man die Werkstatt an einen anderen Ort. Eine Rekonstruktion der Werkstatt aus dem Neolithikum ergab, dass man mit einem groben Faden und einer Schneide aus Horn die rohen Stücke teilte, sie mit einem Feuersteinmeißel durchbohrte und vor dem Polieren mit einem Fell auf einer Sandsteinplatte glättete.

Die Handelswege, oft als Bernsteinstraßen genannt (es ist möglich, dass an einer solchen auch Bad Füssing lag), werden nicht nur durch Verarbeitungsstätten belegt, sondern ebenso durch Funde von Depots und Rohstofflagern, durch Bernsteinerzeugnisse und durch eingeführte Gegenstände und römische Münzen; besonders der Fund der Ingolstädter Bernsteinkette ist hier zu nennen.

Brigitte Krumbiegel

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